China: Über 20.000 Menschen drängen sich in einer Schlange vor einem Park, der nach dem Covid-19 Shutdown wieder geöffnet wurde

Julia

15 April 2020

China: Über 20.000 Menschen drängen sich in einer Schlange vor einem Park, der nach dem Covid-19 Shutdown wieder geöffnet wurde
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China scheint das Schlimmste der Coronavirus-Pandemie mit ihren Infizierten und ihren Opfern überall auf der Welt fast hinter sich gelassen haben. Hier, wo alles angefangen hat, liegt die Zahl der Neuansteckungen und der Todesopfer bei einem Minimum. Nach dem Lockdown und all den damit verbundenen Entbehrungen ist es notwendig, langsam wieder zur Normalität zurückzukehren. Aber doch nur mit der nötigen Vorsicht, damit nicht wieder neue Brandherde entstehen, die einen Rückfall bedeuten würden. 

Das scheint jedoch nicht bei denen angekommen zu sein, die sich am 5. April 2020 am Eingang zum Nationalpark des Huangshan-Gebirges drängten. Über 20.000 Besucher mit Gratis-Tickets standen Schlange, um in den Nationalpark zu gelangen. 

via CNN

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Am 25. Januar, als die Covid-19 Epidemie in China auf ihrem Höhepunkt war, hatte der Park seine Tore geschlossen, um sie dann für eine begrenzte Anzahl von Besuchern am 21. Februar wieder zu öffnen. Für den ersten Sonntag im April wurde dann aber die Entscheidung getroffen, den Park gratis für alle zu öffnen. Eine Sonderaktion, die zu einer unglaublichen Menge an Besuchern geführt hat, die sich in der Warteschlange mit Sicherheit nicht an die Regeln der sozialen Distanz gehalten haben. 

Das Foto zeigt ganz deutlich Tausende von Personen, die gedrängt in einer Schlange stehen, um die wunderschöne chinesische Region zu besuchen. Auch wenn die meisten von ihnen Schutzmasken tragen, muss es praktisch unmöglich gewesen sein, die gebotene Distanz zu wahren. Der Park ist dann innerhalb kürzester Zeit an den Rand seiner Besucherkapazitäten gekommen und viele Touristen mussten wieder nach Hause zurückkehren. 

GregWSong/Twitter

Bei allen Besuchern wurde die Temperatur gemessen und sie mussten bescheinigen, dass sie gesund waren. Trotz des (gerechtfertigten) Bedürfnis, den Tourismus wieder ins Rollen zu bringen, der unter der Pandemie schwer gelitten hat, ist es jedoch vielleicht noch zu früh, Szenen wie diese zu erleben. Und es ist zu früh, für freien Eintritt zu werben, wenn dann Tausende von Menschen in eine Situation kommen, in der sie eng an eng in einer Schlange warten müssen. Eine Situation, die die Sorge aufkommen lässt, dass das Land, in dem Covid-19 sich entwickelt hat, wieder einen Rückschlag hinnehmen muss. 

Bis wir das Coronavirus nicht entsprechend bekämpfen können, müssen wir mit einer ganzen Reihe von Vorsichtsmaßnahmen leben, die wir auch bei den alltäglichsten Dingen walten lassen müssen. Wir werden sicher in Zukunft die Früchte dieser Anstrengungen ernten. 

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