Paar erhält einen Beschwerdebrief über das Aussehen seines Hauses: Die Gemeinschaft mobilisiert sich, um den beiden zu helfen

von Aya

07 Mai 2023

Paar erhält einen Beschwerdebrief über das Aussehen seines Hauses: Die Gemeinschaft mobilisiert sich, um den beiden zu helfen
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Die heutige Gesellschaft neigt oft dazu, voreilige Schlüsse zu ziehen und sich allzu schnell „Meinungen“ über das Leben anderer zu bilden. Aber man weiß, dass man nie ein Buch anhand seines Covers beurteilen sollte, und die Geschichte von Jimmy und Marilyn Curcuru ist ein ideales Beispiel, um alle daran zu erinnern, sich von allen Seiten mit einer Situation vertraut zu machen, bevor mit dem Finger gezeigt wird.

Das Paar lebte über 50 Jahre lang im selben Haus in Gloucester, Massachusetts, in den USA. Dort zogen die beiden ihre drei Kinder auf und waren lange aktive Mitglieder der Gemeinschaft sowie Inhaber eines kleinen lokalen Geschäfts.

via CNN

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Leider stellte sie das Leben vor zahlreiche Schwierigkeiten, und das Paar konnte sein Haus nicht mehr perfekt instand halten. Jimmy (71) musste sein kleines Geschäft aus gesundheitlichen Problemen schließen, und Marilyn wurde in der Zwischenzeit Muliple Sklerose diagnostiziert, die sie ans Bett fesselte. Eines der drei Kinder der beiden, Lyanne, beschloss daher, ihren Job aufzugeben, um sich um ihre Eltern zu kümmern, aber aus finanzieller Sicht war es gewiss nicht leicht, das Familienhaus instand zu halten, und mit der Zeit verfiel es von außen immer weiter.

Die Familie war nie mit dem Zustand des Hauses zufrieden gewesen: Jimmy und Marilyn fühlten sich schuldig, aber sie hätten nie erwartet, dass jemand anders ihre Schuldgefühle noch schlimmer machen könnte. Eines Tages erhielten sie einen anonymen Brief: „Bitte streicht mich“, las sich auf dem Blatt, das das Haus als „Schandfleck“ bezeichnete.

Jimmy erzählte, dass er anfangs erschüttert war: „Nicht wegen des Briefs, sondern wegen der Anonymität. Sie hatten nicht einmal den Mut, eine solche Beleidigung zu unterzeichnen … Es war feige und niederträchtig von ihnen, einen solchen Brief zu schreiben“, kommentierte er. Als Michelle, eine weitere Tochter des Paares, von dem Brief erfuhr, wollte sie die unschöne Geste auf sozialen Netzwerken aufzeigen.

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„An meinen besorgten Nachbarn, danke, dass Sie mich wissen ließen, dass mein Haus einen neuen Anstrich braucht. Wissen Sie, was? Das weiß ich. Ich arbeite seit fast vier Jahren daran. Ich selbst gehe immer an Häusern vorbei, die meinem ähnlich sehen, und frage mich, was im Leben der Eigentümer vor sich geht. Ich verurteile sie nicht, weil ich nicht weiß, was sie durchmachen“, schrieb Michelle und erläutert zudem alle finanziellen und gesundheitlichen Probleme, die ihre Familie belasten. Der Post machte sofort die Runde auf sozialen Netzwerken, und Hunderte Menschen mobilisierten sich, um der Familie zu helfen: Sogar der Bürgermeister von Gloucester, Sefatia Romeo Theken, kam persönlich vorbei, um zu sehen, ob er helfen könnte.

Ein Mann namens Rob Cluett erstellte auch online eine Fundraising-Seite, um ihnen zu helfen, wobei er innerhalb von wenigen Tagen fast 80.000 Dollar sammelte. „Der Facebook-Post wurde am selben Tag geschrieben, an dem der Brief ankam, unser anfänglicher Gedanke war also Wut, vor allem bei meiner Schwester, die mit unseren Eltern im Haus lebt und viele Opfer gebracht hat“, erklärte Michelle. „Aber nach Wochen und mit Hilfe der Gemeinschaft ist die Person, die den Brief geschrieben hat, an diesem Punkt nicht mehr von Bedeutung. Wir wollen die Liebe und Unterstützung dieser großen Stadt, in der wir lieben, genießen. Wir wollen euch allen für das danken, was ihr getan habt und noch tut“, fügte sie hinzu.

Dank der Spenden wurde das Haus nämlich vollkommen neu gestrichen, und die Familie konnte nach 50 Jahren auch die Fensterrahmen ersetzen. Ein wunderbares Beispiel dafür, dass mehr Empathie und weniger Arroganz nötig sind, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.

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