In eine arme Familie hineingeboren, verkaufte sie Obst und Gemüse: Heute ist sie die erste schwarze Orchesterdirigentin - KlickDasVideo.de
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In eine arme Familie hineingeboren, verkaufte sie Obst und Gemüse: Heute ist sie die erste schwarze Orchesterdirigentin

15 Juni 2021 • Von Aya
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Wie wichtig ist die Musik in eurem Leben? Jede(r) von uns neigt dazu, früh gewisse Leidenschaften zu hegen und, wenn man Glück hat und beharrlich genug ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass man es schafft, die eigenen Träume zu verwirklichen. Natürlich wird das nicht einfach. Glass Marcano, eine 24-jährige venezolanische junge Frau, die aus einer armen Familie stammt, hat der ganzen Welt gezeigt, was es bedeutet, sich durchzukämpfen, um die eigenen Träume zu verwirklichen und das Unmögliche zu realisieren. Ihre Geschichte mutet wirklich wie ein in der heutigen Zeit angesiedeltes Märchen an, mit dem Unterschied, dass sie es tatsächlich geschafft hat. Nach einer Reihe von Widrigkeiten, Opfern, harter Arbeit und unglaublich solidarischen Gesten ist Glass Marcano die erste schwarze Orchesterdirigentin geworden. In einer überwiegend von Männern dominierten Welt – der Welt der Orchesterdirigenten – ist das von ihr Ziel erreichte eines, das noch größeren Wert annimmt.

Glass Marcanos Leben hat sich im Laufe eines Jahres radikal verändert, sodass die junge Frau inzwischen eine echte Quelle der Inspiration für all jene geworden ist, die im Leben danach streben, ihre großen Leidenschaften zu realisieren. Glass wurde 1995 in San Felipe, Venezuela, geboren, in eine Familie aus bescheidenen Verhältnissen. Die Armut zwang Glass dazu, ein Leben lang für sich selbst zu sorgen, hat sie aber nie daran gehindert, sich der Musik zu widmen, ihrer großen Leidenschaft, seit sie ein kleines Mädchen war. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten unterstützte ihre Familie sie stets, und Glass konnte, seit sie vier Jahre alt war, an Jugendchören teilnehmen. Bereits im Alter von acht Jahren begann sie, im Conservatorio di Música Méscoli White Star das Spielen der Violine zu erlernen, aber die restliche Zeit über musste sie am Stand ihrer Eltern Obst und Gemüse verkaufen. Mit großer Beständigkeit arbeitete sich Glass von unten nach oben und leitete bereits mit 16 Jahren das Orchester ihrer Stadt.

Die echte Wende in ihrem Leben kam jedoch später: Die junge Frau erfuhr nämlich von einer vom Pariser Mozartorchester organisierten Wettbewerbsausschreibung, die sich an Orchesterdirigentinnen richtete. Glass wusste, dass sie ihr Glück versuchen und teilnehmen musste, denn das könnte ihre große Chance sein. Sie schickte ihr Material an die Organisatorin des Wettbewerbs, Claire Gibault, die sich als sehr beeindruckt von der Energie und dem Charisma der jungen Frau bezeichnete, nachdem sie die Videos ihrer Auftritte gesehen hatte. Es war entschieden: Die Organisatoren nahmen sie an und baten sie sofort darum, nach Paris zu kommen. Es gab nur ein „kleines“ Problem: Glass hat nicht die notwendigen 150 Euro, um sich für den Wettbewerb einzuschreiben.

An diesem Punkt geschah jedoch etwas Wunderbares: Die Stadt San Felipe, in der die junge Frau mit dem Verkauf von Obst und Gemüse aufgewachsen war, sammelte Geld, nur um ihr die Teilnahme am Wettbewerb zu ermöglichen. Es gab leider noch ein Hindernis zu überwinden, und zwar das der Covid-19-Pandemie, die die gesamte Welt getroffen hatte. Aufgrund der Situation auf globalem Niveau ließen sich keine Flüge finden, um die französische Hauptstadt zu erreichen, und Glass saß in Venezuela fest.

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Die junge Frau war allerdings derart talentiert, dass Claire Gibault selbst einen Appell an ganz Paris richtete, um einen Weg zu finden, sie herkommen zu lassen. Am Ende fand man einen Hilfsflug, und nach einem 13-stündigen Flug, dem ersten ihres Lebens, fand Glass sich in einer fremden Stadt wieder, ohne die Sprache zu beherrschen, jedoch voller Enthusiasmus. Sie wusste, dass sie im Begriff war, ihren Traum zu verwirklichen, am Wettbewerb „La Maestra“ teilzunehmen. Sie gab alles, gewann aber nicht: Der Preis ging an eine andere, doch das spielte keine Rolle, denn an jenem Punkt hatte sich Glass bereits in die Herzen aller eingeschlichen. Dank ihres Geschicks bot die Jury ihr ein Stipendium für das regionale Konservatorium in Paris an.

„Ich dachte, dass ich nach dem Wettbewerb nach Venezuela zurückkehren würde, aber ich bin froh darüber, hier zu sein. Ich weiß nicht, wie lange ich bleiben werde, aber vorerst werde ich mich mit dem Stipendium beschäftigen. Und falls es notwendig ist, in einem anderen Umfeld als der Musik zu arbeiten, um mein Studium zu bezahlen und meiner Familie zu helfen, werde ich das auch hier tun, wie ich es immer in Venezuela getan habe“, erzählte Glass voller Freude.

Sie hat es geschafft: Sie ist die erste „schwarze“ Orchesterdirigentin in der Geschichte! Nicht dass sich die Hautfarbe oder das Geschlecht wirklich darauf auswirken können – nichts von all dem ist wichtig, denn das Einzige, was wirklich zählt, ist die Musik! –, aber in der heutigen Welt und insbesondere in der musikalischen Welt bleibt ihr Erfolg ein zuvor noch nie dagewesener.

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