Zwei alte Damen erzählen, wie es war, Ende des 19. Jahrhunderts eine junge Frau zu sein

von Aya

01 Oktober 2022

Zwei alte Damen erzählen, wie es war, Ende des 19. Jahrhunderts eine junge Frau zu sein
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Wenn Geschichte unterrichtet wird, konzentriert man sich oft auf die Ereignisse und Daten, ohne zu sehr den sozialen Kontext zu vertiefen, in dem sich gewisse Dynamiken ereignet haben. Und vor allem wenn man beginnt, von unseren heutigen Zeiten aus rückwärts zu gehen, wundert man sich nicht mehr über bestimmte Dinge. Habt ihr euch beispielsweise je gefragt, wie es gewesen sein muss, als Frau die eigene Jugend im 19. Jahrhundert zu verbringen? BBC hat alte Interviews aus den 70er Jahren widergefunden, in denen zwei alte Damen von ihren Erfahrungen als junge Frauen in der viktorianischen Ära sprechen. Ob ihr es glaubt oder nicht, gewisse Probleme von einst sind die gleichen wie heute, auch wenn wir nicht mehr auf Pferden reiten und aus Kutschen Busse geworden sind.

via Youtube / BBC Archive

Youtube Screenshot

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Jugendliche haben den Kopf zwischen den Wolken, befinden sich nach dem Kindesalter in einer Übergangsphase, fühlen sich aber bereits erwachsen. Ihre Energie ist überwältigend, und die meisten Eltern möchten diese Phase nur so schmerzlos wie möglich hinter sich bringen. Meinungsverschiedenheiten mit den Eltern sind nämlich an der Tagesordnung, auch und vor allem was die vielversprechende Zukunft betrifft, die jedem Kind bevorzustehen scheint. In einem Interview aus den Archiven von BBC erzählt Frances „Effy“ Jones, eine alte britische Dame, von einigen Vorfällen aus ihrer Jugendzeit, womit sie aus erster Hand beschreibt, wie es für eine Frau war, in der viktorianischen Ära zu leben. Mit 17 wurde Frances von ihrem Bruder dazu ermutigt, sich ein seltsames Gerät anzusehen, das gerade neu auf den Markt gebracht wurde: die Schreibmaschine! Frances machte es sich zur Gewohnheit, zum Geschäft zu gehen, in dem sie verkauft wurde, und fing schon bald damit an, sie in der Öffentlichkeit auszuprobieren: Es war der Beginn eines neuen Trends für Frauen von damals, und sie war in der ersten Reihe dabei!

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Die andere alte Dame, die interviewt wurde, Berta Ruck, liebte das Zeichnen sehr, als sie jünger war. Wie viele Jugendliche ihres Alters erledigte sie ihre Aufgaben lustlos, und eines Tages brachte sie sich sogar in Schwierigkeiten, nachdem sie dabei erwischt wurde, in ihrem Heft zu zeichnen, statt sich ihren Aufgaben zu widmen. Berta hatte nur das Zeichnen im Kopf, weshalb sie nach London ging, um eine Kunstschule zu besuchen. Eines der größten Probleme in Bezug auf den Verkehr war damals der Schlamm in der Stadt: Wenn Berta den „Bus“ nahm, hatte sie letztendlich immer einen schlammbedeckten Rock! Natürlich sind mit damaligen Bussen von Pferden gezogene Kutschen gemeint.

Es sind Erzählungen über inzwischen weit, weit entfernte Zeiten, und deshalb sind wir BBC dankbar dafür, diese kostbaren Zeitzeugeninterviews wiederentdeckt zu haben.

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